Wirkungen

Bei den pädagogischen Fachkräften

Pädagoginnen und Pädagogen sind seit vielen Jahren sehr zufrieden mit dem „Haus der kleinen Forscher“-Angebot. Sie bewerten die Leitung der Fortbildungen durch die sog. „Trainerinnen und Trainer“ durchweg sehr positiv und sind mit den Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und der Vorbereitung auf das gemeinsame Forschen mit Kindern sehr zufrieden. Die große Mehrheit möchte die Fortbildung weiterempfehlen. Das zeigen Analysen der Monitoringdaten der Stiftung.

© Christoph Wehrer

Die unabhängigen wissenschaftlichen Erhebungen EASI Science und EASI Science-L wie auch stiftungseigene Befragungen weisen darauf hin, dass die Pädagoginnen und Pädagogen mit dem Besuch von „Haus der kleinen Forscher“-Fortbildungen ihr inhalts- und prozessbezogenes Fachwissen und ihre pädagogisch-didaktischen Kompetenzen für das forschend-entdeckende Lernen erweitern.

Pädagogische Fachkräfte, die an naturwissenschaftlichen Fortbildungen teilnehmen, haben mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und ein größeres Interesse an Naturwissenschaften. Vergleiche zwischen fortgebildeten und nicht fortgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen legen nahe, dass nach dem Besuch von naturwissenschaftlichen Fortbildungen eher lerntheoretische Überzeugungen vertreten werden, die die Eigeninitiative des Kindes betonen. Ansätze, die dem Kind eine passive Rolle zuschreiben, werden von naturwissenschaftlich fortgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen stärker abgelehnt als von nicht naturwissenschaftlich fortgebildeten.

  • 60 Prozent der Pädagoginnen und Pädagogen, die bisher ein oder zwei „Haus der kleinen Forscher“-Fortbildungen besucht haben, halten ihr Fachwissen im MINT-Bereich für vollkommen bzw. eher ausreichend für ihre Arbeit. Bei denjenigen, die bereits sechs Fortbildungen und mehr besucht haben, steigt der Anteil auf 74 Prozent.
  • 58 Prozent der Pädagoginnen und Pädagogen, die bisher ein oder zwei „Haus der kleinen Forscher“-Fortbildungen besucht haben, halten ihr fachdidaktisches Wissen im MINT-Bereich für vollkommen bzw. eher ausreichend für ihre Arbeit. Bei denjenigen, die bereits sechs und mehr Fortbildungen besucht haben, vergrößert sich der Anteil auf 79 Prozent.
  • Nach ein oder zwei „Haus der kleinen Forscher“-Fortbildungsbesuchen fällt es bereits 75 Prozent der Pädagoginnen und Pädagogen leicht, ein MINT-Lernangebot für Kinder zu gestalten. Mit mindestens sechs besuchten Fortbildungen beträgt der Anteil derer, denen dies leichtfällt, sogar 91 Prozent.

Quelle: Monitoring-Bericht 2016/2017 der Stiftung Haus der kleinen Forscher, PDF hier einsehbar. 

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Pädagogische Praxis

Kontinuierliche Fortbildungsbesuche haben zur Folge, dass häufiger mit den Kindern geforscht wird und den Mädchen und Jungen bei diesem Prozess mehr Freiräume gelassen werden.

Ein Blick in die pädagogische Praxis zeigt, dass sich der Besuch von „Haus der kleinen Forscher“-Fortbildungen auf die Interaktion mit den Kindern auszuwirken scheint:
Kontinuierliche Fortbildungsbesuche sind damit verbunden, dass häufiger mit den Mädchen und Jungen geforscht wird und den Kindern bei diesem Prozess mehr Freiräume gelassen werden. Darauf deutet ein Vergleich aus einer stiftungseigenen Befragung zwischen Pädagoginnen und Pädagogen hin, die wenige, und denjenigen, die bereits viele Fortbildungen besucht haben.

Externe wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu diesem Ergebnis: Fortgebildete pädagogische Fachkräfte setzen naturwissenschaftliche Bildungsgelegenheiten häufiger und in – nach eigenen Angaben – höherer Prozessqualität um. Beobachtungen von Forschungssituationen zeigen, dass die Qualität der naturwissenschaftsbezogenen Interaktion mit Kindern bei Fachkräften, die an „Haus der kleinen Forscher“-Fortbildungen teilgenommen haben, höher ist als bei Fachkräften ohne naturwissenschaftliche Fortbildung.

Pädagoginnen und Pädagogen mit naturwissenschaftlichen Fortbildungen gestalten sprachlich anregendere Forschungssituationen für Kinder als pädagogische Fachkräfte ohne naturwissenschaftsbezogene oder mit rein sprachlicher Fortbildung.

Auch Chancen für die Sprachbildung beim Forschen konnten gezeigt werden: Pädagogische Fachkräfte mit naturwissenschaftlichen Fortbildungen gestalten sprachlich anregendere Forschungssituationen für Kinder als Pädagoginnen und Pädagogen ohne naturwissenschaftsbezogene oder mit rein sprachlicher Fortbildung. Pädagogische Fachkräfte, die eine kombinierte Fortbildung zu Naturwissenschaften und Sprache der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ besucht haben, weisen eine besonders hohe sprachliche Anregungsqualität auf.

Informationen zu den Erhebungen

© Christoph Wehrer

Die Frage, ob naturwissenschaftliche Bildungsangebote wie die Fortbildungen der Stiftung mit einem messbaren Unterschied hinsichtlich der Kompetenzen von Pädagoginnen und Pädagogen und Kindern in Zusammenhang stehen (im Vergleich zu pädagogischen Fachkräften und Kindern ohne naturwissenschaftliche Bildungsangebote), lässt sich nur mit empirischer Forschung beantworten. Deshalb hat das „Haus der kleinen Forscher“ gemeinsam mit anderen Partnern zwei mehrjährige Studien zu Wirkungen früher naturwissenschaftlicher Bildungsangebote gefördert:

EASI Science (Early Steps into Science): Wirkungen früher naturwissenschaftlicher Bildungsangebote auf naturwissenschaftliche Kompetenzen von Fachkräften und Kindern.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Mirjam Steffensky (IPN Kiel), Prof. Dr. Yvonne Anders (FU Berlin), Prof. Dr. Ilonca Hardy (Uni Frankfurt), Prof. Dr. Miriam Leuchter (Uni Koblenz-Landau). Die Studie wurde gefördert durch die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

EASI Science-L (Early Steps into Science and Literacy): Naturwissenschaftliche Bildung in der Kita: Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen, sprachliche Anregungsqualität und sprachliche sowie naturwissenschaftliche Fähigkeiten der Kinder.
Durchgeführt von: Prof. Dr. Astrid Rank (Uni Regensburg), Prof. Dr. Anja Wildemann (Uni Koblenz-Landau), Prof. Dr. Andreas Hartinger (Uni Augsburg), Prof. Dr. Sabina Pauen (Uni Heidelberg). Die Studie wurde gefördert durch die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, die Siemens Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung.

Die Ergebnisse aus der externen Begleitforschung werden in der Wissenschaftlichen Schriftenreihe der Stiftung publiziert. Seit 2011 sind acht Bände erschienen. Neben den vorhandenen Querschnittsuntersuchungen ist künftig auch die längsschnittliche Erhebung von Bildungsverläufen geplant.

Seit 2009 veröffentlicht die Stiftung regelmäßig einen Monitoring-Bericht (bis 2012 Evaluationsbericht genannt), in dem wichtige Befragungsergebnisse der zentralen Akteure der Bildungsinitiative präsentiert werden. Der Monitoring-Bericht 2016/2017 legt ausgewählte Ergebnisse zu den Einstellungen und zum Wissen von Pädagoginnen und Pädagogen sowie zu der pädagogischen Umsetzung der Fortbildungsinhalte in der Praxis vor.